Josef Stößer mit Staufermedaille des Ministerpräsidenten ausgezeichnet

Herzlichen Glückwunsch zu dieser hohen Auszeichnung

Eine hohe Auszeichnung wurde am vergangen Sonntag im Rahmen der Ehrungsmatinee Josef Stößer zu teil. Landrat Dr. Christian Dusch verlieh ihm für seine jahrelange ehrenamtliche Tätigkeiten die Staufermedaille mit folgenden Worten:  
 
"Mit der Staufermedaille ehrt der Ministerpräsident Menschen, die sich um Baden-Württemberg und seine Bevölkerung besonders verdient gemacht haben. Sie zählt zu den großen Auszeichnungen des Landes, ihre Verleihung ist an strenge Kriterien geknüpft. Träger der Staufermedaille müssen neben ihrem Beruf viele Aktivitäten vorweisen können, die der Gemeinschaft dienen. Das Engagement von Josef Stößer erfüllt diese strengen Kriterien allemal. Es reicht in viele Bereiche der Gesellschaft hinein - von der Flüchtlingsarbeit und der Gemeindepartnerschaft über den Turnsport und die Heimatpflege bis zur Kommunalpolitik.
 
Josef Stößer ist ein Ötigheimer mit Leib und Seele. Er wurde am 13. Juni 1947 im Telldorf geboren und ist seiner Heimatgemeinde bis heute treu geblieben. Seit mehr als 30 Jahren setzt er sich unermüdlich für die Förderung von jungen ausländischen Menschen ein. Er hat zahlreiche junge Flüchtlinge ehrenamtlich in seine Obhut genommen und eine sprachliche Unterstützung organisiert. Er hat feste Arbeitsverhältnisse vermittelt und Ausbildungsplätze beschafft - in der Region, aber auch in ganz Europa. Bis heute ist Josef Stößer das Sinnbild für die erfolgreiche Integration von rund 100 Flüchtlingen in Ötigheim. Er hat aber nicht nur den betroffenen Menschen geholfen, sondern auch vielen Unternehmen wertvolle Arbeitskräfte in Zeiten des Fachkräftemangels vermittelt.
 
Dabei kam Josef Stößer sicherlich seine berufliche Tätigkeit zugute: Von 1984 bis 2012 war er bei der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe als Bildungsberater im Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung beschäftigt. Viele Jahre vertrat er die IHK im "Expertenausschuss Berufsbildung" der Oberrheinkonferenz. Als überzeugter Europäer hat er sich für internationale Bildungsprojekte engagiert. Insbesondere mit den Außenhandelskammern von Spanien, Frankreich und Großbritannien hielt er Kontakt und vermittelte Jugendlichen eine duale Berufsausbildung in Deutschland.
 
Seine Erfahrungen und Erkenntnisse brachte Josef Stößer zudem in die Kommunalpolitik ein. Für die Fraktion der Freien-Wähler-Gemeinschaft Ötigheim wurde er im Jahr 1989 erstmals in den Gemeinderat gewählt. Von 1991 bis 2002 war er Fraktionsvorsitzender der FWG und von 1994 bis 1999 zweiter Stellvertreter des Bürgermeisters. Ende 2002 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Gemeinderat aus.
 
Bis heute wirkt Josef Stößer bei vielen gemeindlichen Projekten mit, so etwa beim Gemeindeentwicklungskonzept, beim Klimaschutzkonzept und bei der Bürgerwerkstatt. Beim Bau der einzigartigen Parcours-Anlage im Jahr 2013 in Ötigheim hat er es geschafft, Spenden in Höhe von 50.000 Euro zu sammeln. Daneben motivierte er Jugendliche dazu, viele Hundert Stunden an Eigenleistung für diese Anlage einzubringen. Der Parcours kommt allen Kindern und Jugendlichen in Ötigheim und im Landkreis Rastatt zu Gute. Ein weiteres Projekt war die Sanierung und Weiterentwicklung des Sportzentrums und des Willi-Klär-Hauses. Auch hier akquirierte Josef Stößer Spendengeld und motivierte viele Helferinnen und Helfer zur ehrenamtlichen Arbeit.
 
Als Experte der Geschichte Ötigheims ist Josef Stößer ein geschätzter Ratgeber. Er kennt und liebt Ötigheim und weiß nahezu alles über den Ort - blickt aber immer wieder gerne über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus. So ist er eine Triebfeder für die Partnerschaft mit Gabicce Mare in Italien und Mitbegründer der Gemeindepartnerschaft mit dem Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz. Intensiv hat er sich um das Zusammenwachsen zwischen Ost und West bemüht. Immer war es ihm wichtig, dass die Menschen zusammenfinden, einander zuhören, die unterschiedlichen Positionen verstehen und bestehende Vorurteile und Gräben überwinden. Nach dem Mauerfall hat er vielen Jugendlichen aus Rathen zu einem Ausbildungsplatz in unserer Region verholfen.
 
Unvergessen ist seine Initiative im Lutherjahr 2017, als die katholische Gemeinde von Ötigheim und die protestantische Gemeinde von Rathen gemeinsam im Luthergarten in Wittenberg einen Baum pflanzten. Als Symbol der Partnerschaft wurden dann auch Bäume in Ötigheim und in Kurort Rathen gepflanzt.
 
Schließlich setzt sich Josef Stößer auch für den Sport ein: Seit 1966 ist er Mitglied in der Turngemeinde Germania Ötigheim. Im Jahr 1986 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Für das 80-jährige Vereinsbestehen im Jahr 1987 und für die 1.200-Jahr-Feier Ötigheims im Jahr 1988 profilierte er sich einmal mehr als Organisator. In der Turngemeinde förderte er insbesondere die Jugendarbeit. Im Jahr 2000 setzte er sich für den Neubau des Vereinsheims ein und leitete selbst den Bau. Er investierte viel Eigenarbeit und motivierte auch hier eine Vielzahl von Mitgliedern zum ehrenamtlichen Einsatz, was zu erheblichen Kosteneinsparungen beitrug.
 
Als Folgeprojekt wurde von ihm zusammen mit der Abteilung Volleyball im Jahr 2002 eine Beach-Volleyball-Anlage geplant und fertiggestellt. Ebenfalls unter seiner Leitung wurde im Jahr 2002 eine Boule-Anlage und eine Hammerwurfanlage eingerichtet. Für die Rahmenplanung des 100-jährigen Vereinsbestehens im Jahr 2007 war Josef Stößer ebenfalls verantwortlich. Nach 20 Jahren im Amt des Vorsitzenden gab er dieses im Jahr 2006 an seinen Nachfolger ab und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als Mitglied im Turngau war er an der Vorbereitung der Landesgymnaestrada in Baden-Baden im Jahr 2007 beteiligt.
 
Sehr geehrter Herr Stößer, Sie sind ein Mensch mit Überzeugungskraft und Gestaltungswillen. Sie verkörpern das Ehrenamt in besonderer Weise und überzeugen die Menschen in Ihrem Umfeld für die Grundwerte bürgerschaftlichen Engagements. Selbstorganisation, soziale Integration, Leistungsbereitschaft waren und sind für Sie zu keinem Zeitpunkt nur Schlagworte gewesen, sondern Sie leben dies alles vor.
 
Drei entscheidende Punkte fallen mir bei Ihrem Einsatz für das Telldorf auf. Erstens: Sie engagierten sich in vielen verschiedenen Bereichen und über lange Zeiträume hinweg. Zweitens: Sie motivieren viele andere Menschen dazu, sich für einzelne Projekte ebenfalls einzusetzen. Und drittens: Sie geben Ihre Erfahrung an die nächsten Generationen weiter. Ich will von einem nachhaltigen Engagement sprechen, mit dem Sie Ihre Heimatgemeinde geprägt haben und auch heute noch prägen.
 
Wer sich für seine Heimat einsetzt, der macht sich gleichsam für das ganze Land verdient. Denn jedes Bundesland atmet immer genau den Geist, der in seinen Städten und Gemeinden weht. Der Stößer´sche Geist jedenfalls hat die Landeshauptstadt Stuttgart und den Ministerpräsidenten erreicht - und deshalb verleihen wir Ihnen heute die Staufermedaille.
 
Ich darf Ihnen die Glückwünsche des Landkreises Rastatt, des Kreistags und der Landkreisverwaltung überbringen. Mögen Sie auch weiterhin mit vielen Ideen, mit Rat und Tat, mit Herzblut und Leidenschaft in Ihrem Dorf Ötigheim segensreich wirken!"
 
Der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung schließen sich den Glückwünschen von Landrat Dr. Christian Dusch an und freuen sich auf weitere gemeinsame spannende Projekte mit Josef Stößer.  

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