Rathaus

Bürgermeisteramt

Gemeinde Ötigheim
Schulstraße 3
76470 Ötigheim

Telefon (07222) 91 97 - 0
Telefax (07222) 91 97 - 97

E-Mail-Kontakt

Landesweites Insektenmonitoring Baden Württemberg auch in Ötigheim

Das Land Baden-Württemberg hat Ende 2017 das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt aufgelegt, das dazu beitragen soll, unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Die Umsetzungsmaßnahmen dieses Sonderprogramms werden durch ein Monitoring (Dauerbeobachtung) begleitet, das u.a. Daten zu Insekten erhebt. Das Ziel ist die Schaffung einer verlässlichen Wissensgrundlage, die es erlaubt, sichere Aussagen zur Bestandsentwicklung dieser Tiergruppe zu treffen. Dieses Monitoring ist wichtig, da Insekten eine Schlüsselfunktion in der Erbringung von Umweltleistungen einnehmen, die auch für die menschliche Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind (z.B. Bestäubung, Nährstoffrückführung, Bodenschutz). Seit einigen Jahren wurden jedoch teils dramatische Rückgänge der Insektenbestände beobachtet.
 
Die sich in einem Turnus von 3 bis 4 Jahren wiederholenden Erhebungen finden auf Flächen statt, die die Landschaftseinheiten und Landnutzungstypen Baden-Württembergs repräsentieren. Innerhalb dieser Landschaftsausschnitte werden verschiedene Artengruppen erfasst (Tagfalter, Nachtfalter, Heuschrecken, Laufkäfer, Biomasseflugaktiver Insekten). Die gewonnenen Daten werden zusammengefasst statistisch verarbeitet, wodurch sich langfristig ein Gesamtbild des Erhaltungszustands der Insektenbestände ergeben wird. Bezüge zwischen den Ergebnissen und bestimmten Flächen oder konkreten Nutzungen werden von der LUBW nicht hergestellt. Der Sinn der Erhebungen liegt einzig in der Beobachtung der Insektenbestände in der traditionell genutzten Landschaft und Schutzgebieten.
Die Biomasse von flugaktiven Insekten wird mit sogenannten Malaise-Fallen erfasst, wobei es sich um Stoffzelte handelt, die mit Stangen aufgespannt werden (Foto). Zur Sicherung vor Zerstörung dient ein Zaun aus vier mit Draht verbundenen Holzpfählen. Bei der Aufstellung wird nach Möglichkeit Rücksicht auf die reguläre Flächennutzung genommen (z.B. Bevorzugung von Gehölzrändern). 2019 werden die Fallen zwischen Mitte März und Ende Oktober von Wissenschaftlern des entomologischen (insektenkundlichen) Vereins Krefeld und dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart betrieben. Dazu gehört ein Wechsel der Fangbehälter alle zwei Wochen. Die Proben werden am Museum ausgewertet und hinterlegt. Eine an den Fallen angebrachte Tafel informiert die Bevölkerung über den Sinn der Fallen und nennt Kontaktdaten zu Ansprechpartnern zwecks Nachfragen oder der Meldung von Beschädigungen.
Der Fang der Insekten ist mit den jeweiligen Naturschutzbehörden abgestimmt und hat aufgrund der nur sporadischen Aufstellung der Fallen keine negativen Auswirkungen auf die Bestände.