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Bericht des PFC-Beauftragten des Landkreises Rastatt

Auswirkungen auf die Gemeinde Ötigheim

Reiner Söhlmann, PFC-Beauftragter des Landkreises Rastatt, hat in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 19.02.2019 über das Thema PFC und die Auswirkungen auf die Gemeinde Ötigheim berichtet.
PFC-Belastung im Landkreis
Seit den Jahren 2013/2014 ist bekannt, dass durch das Ausbringen von Papierschlämmen, zahlreiche Flächen im Landkreis Rastatt mit gesundheitsschädlichen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) belastet sind. Bis heute wurden insgesamt 1.200 Hektar Fläche untersucht, davon sind 640 Hektar belastet. Die belasteten Flächen führen zu Verunreinigungen im Grundwasser. Diese Verunreinigungen haben bis heute gravierende Auswirkungen auf die betroffenen Wasserversorger, Eigentümer der verunreinigten Flächen, Landwirte etc..
Prognosemodell der LUBW
Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hat im Zusammenhang mit der PFC-Belastung aus den bisherigen Erkenntnissen im September 2018 ein Grundwassermodell veröffentlicht, aus dem der voraussichtliche Verlauf der PFC-Fahnen ersichtlich ist (https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/wasser/pfc-karten-online). Danach ist voraussichtlich auch ein Teil der Gemarkung Ötigheim, von der PFC-Fahne betroffen:


Nach dem aktuellen Prognosemodell sind die Ötigheimer Tiefbrunnen von der PFC-Fahne nicht betroffen. Der Notbrunnen beim Rathaus liegt jedoch im Randbereich der PFC-Fahne.
Aufgrund der neuen Erkenntnisse hat die Verwaltung im Oktober 2018 umgehend Kontakt zum PFC-Beauftragten des Landkreises Rastatt Herrn Reiner Söhlmann aufgenommen. Im Rahmen eines Arbeitsgespräches, an dem auch der Leiter des Umweltamtes, Herr Wolfgang Hennegriff teilnahm, erläuterte der PFC-Beauftragte Söhlmann die Situation für Ötigheim. Dabei wurde auch die Methodik des Prognosemodells verdeutlicht. Demnach wurden bislang nur die Flächen berücksichtigt, die tatsächlich nachweislich bekannt waren und dann auch beprobt wurden. Aufgrund der Vielzahl der Flächen konnte jedoch keine flächendeckende Beprobung im Landkreis erfolgen, so dass das dynamische Prognosemodell der LUBW erheblichen Risiken/Ungenauigkeiten unterliegt. Im Jahr 2019 sollen weitere strategische Beprobungen durch den Landkreis durchgeführt werden.
Bei dem Gespräch wurde deutlich, dass in Ötigheim eine Vielzahl von Personen von der PFC-Fahne betroffen sein könnten, sofern die berechnete Fahne tatsächlich, wie im Prognosemodell dargestellt, nach Ötigheim fließt:

-Landwirte
-Private Brunnen
-Gewerbliche Brunnen
-Kommunale Brunnen

Die Gemeindeverwaltung hat unmittelbar nach dem Gespräch die Beprobung der eigenen Brunnen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse waren zum heutigen Zeitpunkt bei allen Brunnen unauffällig.
Unabhängig der PFC-Problematik empfiehlt das Umweltamt den Gemeinden sich im Bereich der Wasserversorgung zu vernetzen und aufgrund der steigenden Anzahl an Problemstoffen den Bau einer Aufbereitungsanlage in Angriff zu nehmen.

(Erstellt am 20. Februar 2019)